Reisebericht
Isla de Lanzarote, Spanien, 4/2009
Vorwort
Geplant hatten wir Lanzarote nicht, der Urlaub kam per Einschreiben, wir hatten ihn bei einem Gewinnspiel gewonnen. Wir haben uns natürlich gefreut, wenngleich ein wenig Skepsis in unseren Gedanken mitschwang. Lanzarote, ist das nicht die Insel, auf der nichts wächst und weit und breit nur öde Landschaft aus schwarzem Vulkangestein ist? Ist das nicht die Insel, auf der es nur schwarze Strände aus Lavageröll gibt? Halten wir es da überhaupt eine Woche aus, nur am Hotelpool liegend? Gibt es da überhaupt irgend etwas zu sehen, zu entdecken, zu fotografieren?
Ein wenig beruhigte uns, dass uns Kollegen und Freunde, die schon dort gewesen waren, neidvoll anblickten und mit uns tauschen wollten. Muss wohl doch schön dort sein. Ein Kollege gab mir dann auch ganz viele Tipps, was wir uns unbedingt ansehen sollten und bei seiner Aufzählung kam ich zu dem Schluss, dass eine Woche wohl etwas knapp werden wird und der Pool ohne uns auskommen muss. Die Reiseführer, die wir uns besorgt hatten, machten noch mehr Lust auf die Reise, nur den Namen Cesár Manrique konnten wir bald nicht mehr lesen. Erstaunlich, dass die Insel nicht nach ihm umbenannt wurde. An diesem Mann kommt keiner vorbei, der hier Urlaub macht, es sei denn, man bleibt wirklich nur am Pool. Dazu später mehr.
Hier jetzt also der Bericht, was man so in einer Woche auf Lanzarote tun kann.
1. Tag, Dienstag
Anreise mit TUI von Münster/Osnabrück über Teneriffa (Zwischenlandung, wir mussten nicht aussteigen) nach Lanzarote, lief alles problemlos. Essen hat sogar gut geschmeckt, ist ja nicht immer so bei Flugzeugnahrung. Auf dem Flughafen haben wir den Mietwagen in Empfang genommen (Orlando rent a car, gebucht bei holiday-autos.de, sind soweit wir das feststellen konnten, die günstigsten. Das „Büro“ ist direkt auf dem Parkplatz.) und sind damit Richtung Costa Blanca gefahren. Der erste Eindruck war äußerst positiv, die Grünanlagen (vornehmlich die Kreisverkehre) sehen alle sehr gepflegt aus, überall auch blühende Pflanzen, das hatten wir so nicht erwartet. Und auch die Landschaft sonst war nicht ganz so karg wie befürchtet. Die Straßen sind in gutem Zustand, die Entfernungen klein, nach ca. einer halben Stunde waren wir da. Das Hotel Dream Grad Castillo hat örtliche fünf Sterne, nach deutschem Maßstab 4,5. Jeder spricht hier deutsch (nicht, dass es wegen uns nötig wäre), die Zimmer sind riesig, mit Balkon oder Terrasse. Leider hatten wir keinen Meerblick aber einem geschenkten Gaul....
Zum Abendessen reichte die Zeit dann auch noch, das Buffet ist unglaublich, müsste man verbieten. Wir haben uns schon am ersten Abend überfressen und konnten kaum schlafen. Egal, lecker wars auf jeden Fall!
2. Tag, Mittwoch
Mittwoch ist laut Reiseführer immer Kunsthandwerkermarkt an der Promenade von Arrecife, der Hauptstadt der Insel. Also nichts wie hin. So gegen 10:30 waren wir dort, aber weit und breit kein Markt in Sicht. Ganz am Ende der Stadt, am Charco de San Ginés (Pfütze des San Ginés, bei Ebbe sieht die Lagune tatsächlich mehr nach Pfütze aus), waren ein paar Stände von Schwarzafrikanern mit echt unechten Gucchi-Handtschen und anderem nachgemachten Nippes. Dazwischen aber auch immer wieder Stände mit echter Handwerkskunst, so auch ein Stand, auf dem man Schmuck aus Lavasteinen kaufen konnte. Den fanden wir schön, kauften stattdessen aber Ringe aus Meeresschnecken. Die kamen zwar aus Indien, gefielen uns aber noch besser. Am anderen Ende der „Pfütze“ stand ein Fischer und verkaufte seinen Fang. Eine kleine Kiste voller Fische, darunter einige sehr bunte, die ich noch nie gesehen hatte. Er sah nicht so aus, als ob er gut davon leben könnte. Sein Auto schien schien fast auseinander zu fallen, er selbst sah aus, wie ein Mann nach jahrelanger harter Arbeit aussieht, doch sein vom Meer und der Sonne gegerbtes Gesicht lächelte.
Am Haus daneben ist im unteren Bereich mit Lavasteinen verkleidet. Die Struktur lässt noch sehr genau erkennen, wie der flüssige Stein sich aufgefaltet hat. Erstarrte Wellen an der Wand, hat auch nicht jeder.
Wir machten einen kleinen Stadtrundgang, vorbei an der Kirche des San Ginés, dem Schutzpatron der Insel. Das äußere weiß strahlt in der Mittagssonne, innen ist sie fast schon schlicht eingerichtet, einzig am Altar finden sich Goldapplikationen. Die Säulen sind aus Vulkangestein, die Kasettendecke aus Holz. Ich fand sie in ihrer Schlichtheit sehr schön.
Ein Stück weiter ist die Einkaufsstraße, hier kann man bis 13:00 Uhr sein Geld ausgeben, dann schläft die Stadt bis 17:00 Uhr. Fast am Ende der Straße Richtung Meer steht ein sehr schönes gelblichgrün gekacheltes Haus mit einem kleinem Türmchen samt Turmuhr. Es ist der frühere Sitz des Cabildo Insular, des Bürgermeisters, der auch heute hier noch Gäste empfängt.
Läuft man zum Wasser, sieht man den steinernen Steg, den man zur vorgelagerten Festung nehmen kann. Diese beherbergt heute ein archäologisches und ethnografisches Museum.
Wir sahen uns den Innenhof der Casa de Los arroyo an. Bemerkenswert ist nicht nur der Boden, aus großen und kleinen Steinen kunstvoll gepflastert, sondern auch ein altes Gefäß aus Kalksandstein zum reinigen des Trinkwassers hinter der käfighaften Holzverkleidung. Auf dem Rand saß im Schatten eine Taube und wunderte sich wahrscheinlich über die Touristen, die sich hierher verirrt hatten. Ein sauberes WC befindet sich hier auch, falls man mal eins braucht.
Genug Arrecife, es wurde Zeit zum Gehen. Wir wollten jetzt endlich wissen, was es mit diesem Cesár Manrique auf sich hat, ob der Mann tatsächlich so ein toller Künstler war. Wir fuhren also zur Fundacion Cesár Manrique, wo er eine Zeitlang gelebt hat. Das Haus erstreckt sich nicht nach oben, wie normale Häuser, sondern ist nach unten, in die Erde gebaut. Der Grund dafür ist, dass das Haus im Wesentlichen aus natürlichen Lavablasen besteht, die Manrique zu Wohnräumen umgestaltet hat. Durch die Löcher in den teilweise eingefallenen Decken kommt Tageslicht ins Innere, aus den Räumen streben Palmen oder Bäume ans Licht. Ein echtes Naturhaus. Im Stockwerk darüber beeindrucken die Panoramafenster, die ausgestellte Kunst von ihm und anderen Künstlern (auch Picasso und Miro) ist nicht so mein Fall. Interessant sind die Skizzen zu den Windspielen, die an verschiedenen Stellen auf de Insel stehen. Schön auch der Pool am Ende des Rundgangs, baden ist aber nicht erlaubt. Respekt vor dem, was er da gebaut hat, ist wirklich eine gelungene Symbiose aus Natur und menschlichem Wohnraum. Direkt am Parkplatz, vor dem Haus und in der Mitte des Kreisverkehrs am Abzweig sind dann auch gleich drei der Windspiele zu sehen.
Auf dem Rückweg wollte ich eigentlich noch Wein verkosten in der Bodega El Grifo, war aber so schon müde, wahrscheinlich noch vom Flug, so dass wir das auf später verschoben. Stattdessen liefen wir noch am Strand umher, staunten über einen Seeigel mit lila Stacheln und darüber, dass es hier so wenige Muscheln und Schnecken am Strand gibt. Und dann wartete auch schon wieder das Buffet auf uns.
3. Tag, Donnerstag
Am Vormittag fuhren wir Richtung Los Valles. Ganz in der Nähe stehen einige Windräder, die zum Parque Eólico gehören. Es sind keine 48 mehr, wie der Reiseführer schreibt und offensichtlich sind die Windräder neueren Typs als die auf den Bildern im Reiseführer. Und die Skulptur am Eingang ist ebenfalls verschwunden. Trotzdem hat man von dort oben eine schöne Aussicht. Noch besser wird die Aussicht ein paar Kilometer weiter bei der kleinen Kirche „Ermita de las Nieves“. Dort blickt man die Steilküste hinab auf den Atlantik und eine kleine schwedische Ferienhaussiedlung mit halbrunden Häusern.
Von dort aus fuhren wir nach Arrieta, wo man schön Mittag essen kann. Dies taten wir im Restaurant „Los Pescaditos“ auf der kleinen Terrasse mit Blick aufs Meer. Freudliche Menschen, leckeres Essen, was will man mehr.
Nun wurde es Zeit, aus der Sonne zu fliehen. Einen Wald kann Lanzarote zwar nicht bieten, dafür aber eine Alternative, die natürlich mit Lava zu tun hat. Wir fuhren zur „Cueva de los Verdes“, einer Höhle, die ihresgleichen sucht. Sie ist eine verzweigte Röhre, durch die einst Lava vom nahe gelegenen Vulkan bis zum Meer floss. Die äußeren Schichten erkalteten schneller und bildeten so eine Pipeline für die flüssige Lava. Als diese abgeflossen war, blieb die Höhle (oder besser: der Tunnel) zurück. Man sieht im Rahmen der Führung etwa einen Kilometer, am Ende des Weges ist ein Konzertsaal, in dem aber nur selten Konzerte abgehalten werden, vor allem, weil es so beschwerlich ist, die Instrumente dort herunter zu bekommen. Die Akustik ist wohl aber super.
Die Höhle selbst ist auch sehr sehenswert, verschiedene Formen von Lava, die man spektakulärer beleuchten könnte, das ist aber Geschmackssache. Die Überraschung am Ende ist vor allem für Kinder großartig.
Nach dem Besuch der Höhle fuhren wir nach Orzola. Dort trocknen die Leute an Wäscheleinen Fisch, stand im Reiseführer. Die Leinen haben wir gesehen, allerdings ohne Fische. Schade eigentlich, wäre sicher ein schönes Fotomotiv gewesen. Am Ortseingang, direkt vor einem Stapel Betonröhren, wachsen Tomaten am Straßenrand, auf der Erde kriechend. Für den kleinen Hunger zwischendurch.
Weil wir noch genug Zeit hatten, fuhren wir zu einem kleinen Sandstrand, den wir von der Straße aus gesehen hatten, und blieben dort liegen, bis es uns zu warm wurde. Auf dem Weg zurück ins Hotel machte ich noch einige schöne Aufnahmen der Weinanbaugebiete um La Geria. Die Lanzeroten sind pfiffige Menschen, die haben um ihre Weinstöcke halbkreisförmige Mauern aus Lavastein gebaut. Die schützen am Tag vor Wind und fangen in der Nacht die Feuchtigkeit aus dem Morgennebel auf und leiten das Wasser in den Boden zu der Weinpflanze. So kann Wein wachsen, obwohl es hier fast nie regnet.
4. Tag, Freitag
Heute, an unserem Bergfesttag sozusagen, waren wir bereit für den Höhepunkt der Reise, den Nationalpark Timanfaya. Doch dorthin wollten wir erst am Nachmittag, des besseren Lichts wegen. Wir begannen den Tag mit einem Abstecher zu den Salinas de Janubio. Hier wird aus Meerwasser Salz gewonnen, man kann es von der Schnellstaße aus sehen. Auf der nördlichen Seite steht das mittlerweile geschlossene Restaurant (ist zu verkaufen, also wer das nötige Kleingeld hat....), von dort aus kann man ganz gut fotografieren. Ein Stück weiter sieht man links den Kanal, über den das Meerwasser auf die Felder gepumpt wird. Dort kann man anhalten, aussteigen und im Lavageröll nach Olivin suchen. Macht Spaß und es dauert wirklich nicht lange, bis man was gefunden hat. Macht sich gut zu Hause auf der Schrankwand. Man kann auch von Einheimischen gefundenene Olivinsteine kaufen. Die stehen auf den Parkplätzen der Hauptattraktionen. Das Olivin für den Schmuck ist übrigens nicht aus Lanzarote, das kommt aus Südamerika.
Ein Stück weiter ist ein kleiner Parkplatz, von dem aus man zu einem schwarzen Lavasandstrand laufen kann. Interessanter ist aber die Richtung zu den Salzpfannen. Diese hier sind nämlich nicht mehr in Benutzung und über die Jahre haben sich richtig große Salz- und Gips-Kristalle gebildet. Sieht interessant aus. Wer bis jetzt immer noch kein Olivin gefunden hat, der geht ein Stück auf der Straße entlang, am Straßenrand stolpert man quasi darüber. Aber immer schön auf die Autos aufpassen!
Nächster Stopp war bei Los Hervideros. schon auf der Fahrt dorthin sieht man immer wieder die Wellen gegen die Steilküste prallen, nicht umsonst gibt es hier so viele Parkbuchten für Vielfotografierer. Los Hervideros erkennt man schon aus der Ferne an den Reisebussen und den vielen Autos auf dem Parkplatz. Anhalten lohnt sich trotzdem, kostet keinen Eintritt und man kann beobachten, wie das Wasser in eine natürliche Aushöhlung klatscht. Klingt unspektakulär? Hinfahren, anschauen!
Noch ein Stück die Straße weiter kommt man nach El Golfo. Dort ist am Strand ein kleiner See entstanden, der durch Algen grün schimmert. Wenn man das Wasser betrachtet, steht man in den Überresten eines Vulkankegels, dessen eine Hälfte vom Meer weggespült wurde. Aber eigentlich steht man auf Lanzarote immer auf den Überresten irgend eines Vulkans. Es gibt Parkplätze an beiden Seiten der Lagune, in den Restaurants des kleinen Örtchens soll man guten Fisch essen können. Wir haben es nicht probiert, weil wir vom Frühstück noch gesättigt waren. Es lohnt sich auch, einen Blick auf den Strand zu werfen, genauer gesagt auf die Steinchen am Stand. Auch hier kann Olivin sammeln, in ganz kleinen Stückchen.
Jetzt wurde es langsam Zeit für Timanfaya. Nach einem kurzen Abstecher zum Monumento al Campesino, diesmal mit Sonne und fast blauem Himmel, fuhren wir in den Nationalpark. Dort angekommen, suchten wir erst mal den kleinen Grill für unsere Würstchen, die wir mitgebracht hatten. Auf der Packung stand „Lecker Salchichas Bratwurst“, sahen auch gut aus. Der Grill ist um die Ecke von der Feuerstelle, in der ein Ranger trockenes Stroh in ein ca. 2m tiefes Erdloch wirft, das sich nach kurzer Zeit selbst entzündet und in lodernden Flammen aufgeht. Das sollte doch genug Wärme für ein paar Würstchen sein, war es auch. Es dauerte keine 15 Minuten, da waren die Würstchen knusprig braun. Superlecker mit den Brötchen vom Frühstücksbuffet. So einen Grill wünsch ich mir für zu Hause. Kein Anfeuern, einfach Wurst drauf und fertig.
Quasi über uns knallte es in regelmäßigen Abständen. Dort findet die zweite Show statt. Ein Mann gießt einen Eimer Wasser in ein Loch und 2 Sekunden später schießt es mit einem Knall als Fontäne wieder hinaus. Ist schon beeindruckend. Da will man gleich mal nach Island fahren. Nach einem Blick auf den großen Grill, auf dem das Fleisch fürs Restaurant gegrillt wird, haben wir die Rundfahrt mit dem Bus gemacht. Dauert eine gute halbe Stunde und ist wirklich sehenswert. An manchen Stellen ist es schade, dass er zu schnell fährt, an anderen, dass die Sonne sich gerade dann hinter einer Wolke versteckt, wenn er einen Fotostopp macht. Tipp: die rechte Seite ist auf jeden Fall die bessere.
Nach der Tour, die auf spanisch, englisch und deutsch (vom Band) begleitet wird, kauften wir noch ein paar überteuerte Souveniers im Shop und fuhren wieder zurück zum Hotel. Weils schon spät genug war, machten wir noch einen Abstecher zu dem Playas de Papagayao bzw. Playa de Mucheres, weil am späten Abend niemand mehr Wegzoll kassiert. Es war kurz nach sechs, man hätte noch gut zwei Stunden am Strand liegen können, die Sonne war auf jeden Fall noch warm genug. Wir wollten aber nur mal gucken und schließlich wartete ja auch schon das Buffet auf uns.
5. Tag, Samstag
Nach dem wieder sehr reichhaltigen Frühstück fuhren wir noch mal zur Ermita de las Nieves. Unterwegs fotografierte und filmte ich die Touris auf den Kamelen im Timanfaya NP. Ich weiß nicht, ob man das wirklich mitgemacht haben muss. Die dort oben auf den Holzgestellen Sitzenden sahen alle nicht so richtig glücklich aus. Wackelt ja auch ziemlich hin und her, wenn sich das Kamel vorwärts bewegt.
An der Ermita machte ich auch noch ein paar Fotos mit Sonne und dann fuhren wir nach Haria zum Kunsthandwerkermarkt. Der ist recht übersichtlich, da er sich auf eine (große) Straße beschränkt. Ist wohl auch dann Fußgängerzone, wenn kein Markt ist. Angeboten wird alles Mögliche: Puppen, Olivinschmuck, Sandbilder, Schmuck aus Kaktusfasern, schöne Vasen, lustige Filzfiguren, Holzschnitzereien und auch Schildläuse.
Ja, Schildläuse, aber nicht irgendwelche. Früher wurde auf Lanzarote im großen Stil die Cochinille-Laus auf den Feigenkakteen gezüchtet, aus der der gleichnamige Farbstoff gewonnen wird. Damit wird heute noch Campari rot gefärbt und für den Hausgebrauch kann man sich tote Läuse im Ganzen oder bereits zu Pulver zerrieben kaufen.
Wir wollten danach noch eine kleine Wanderung machen, landeinwärts um einen Vulkan herum und dann wieder in die Stadt zurück. Wir entscheiden uns dann aber doch für eine kürzere Variante, weil inzwischen die Sonne rausgekommen war und wenn die erst mal da ist, wird’s warm. Auf den Feldern, an den wir vorbei kamen, wuchsen Zwiebeln und Mais, wobei der Mais hier eine spezielle Züchtung zu sein scheint, der war nur ca. 40cm hoch, hatte aber schon zwei Kolben dran. Die Häuser sind auch sehr schon, interessanter weise nicht nur grün-weiß, wie es Manrique vorgeschrieben hatte, sondern auch blau-weiß. Angeblich hat er das sogar abgesegnet. Glück gehabt!
Nächstes Ziel war ganz im Norden der Insel: Los Hervideros. Das ist ein Aussichtspunkt mit Café an einer 15m hohen Steilklippe direkt am Meer. Von dort schaut man durch große Panoramafenster direkt auf eine kleine vorgelagerte Insel. Man kann sich aber auch nach draußen Stellen, damit einen der Wind etwas kühlt.
Letzte Station des Tages war Jameos del Agua, der untere Teil der Lavaröhre Cueva de los Verdes, die wir ja schon besucht hatten. Gleich am Eingang ist ein recht großer See unter der vorn und hinten offenen Höhle, in dem einige kleine weiße Krebse auf dem Boden herumkrabbeln. Diese Krebse kommen eigentlich nur in der Tiefsee vor, man vermutet, dass sie bei einem untermeerischem Vulkanausbruch hier hin befördert wurden und es irgendwie geschafft haben, zu überleben. Auf der anderen Seite befindet sich ein kleiner Pool und noch einige Kunstwerke.
Weils ganz in der Nähe ist, sind wir am Abend nochmals nach Orzola gefahren, sahen jedoch wieder keine trocknenden Fische an den Leinen hängen. Vielleicht gibt es nicht mehr genug Fisch oder die Fischer haben inzwischen die Dose für sich entdeckt.
6. Tag, Sonntag
Sonntags ist großer Kunsthandwerksmarkt in Teguise, den konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Dort angekommen, erkannten wir das Örtchen kaum wieder. Die letzten Male konnte man einfach so durch fahren, doch jetzt waren die Zufahrststraßen abgesperrt, dafür winkten von beiden Straßenseiten Parkplatzbesitzer, die an dem Tag sicher ein guten Geschäft machen. Wir fanden aber noch einen Platz am Straßenrand und liefen dann mit der Menschenmenge Richtung Innenstadt. Weite Wege hat man hier nicht, die Städtchen sind hier alle recht übersichtlich.
Auf dem Markt wurde so ziemlich alles angeboten, was man zu Souveniers und Kunsthandwerk verarbeiten kann (und wenn man hungrig wird, kann man „deutsche Riesenbratwurst“ essen). An einem Fenster spielte ein Mann Saxophon, das klang wirklich gut. Die lokale Kirche war leider geschlossen, so konnten wir sie nur von außen betrachten. Den Scherenschnittmacher von gestern trafen wir auch wieder. Wir verbrachten den ganzen Vormittag dort, bis wir genug Mitbringsel zusammen hatten.
Später fuhren wir zum Jardin de Cactus, dem Kaktusgarten, natürlich angelegt von Cesár Manrique. Die Anlage ist nicht sehr groß. Die Basis ist auch hier wieder eine alte Vulkanhöhle, von der noch ein Kessel übrig geblieben ist. Es geht also vom Eingang nach unten und ringsum und in der Mitte stehen Kakteen und andere Sukkulenten. Ich fand den botanischen Garten auf Madeira beeindruckender, aber auch hier auf Lanzarote stehen jede Menge skurriler Pflanzen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!
Auf der Rückfahrt sind wir an ein paar sehr interessanten Vulkangesteinsformationen vorbei gekommen. Die örtliche Jugend war gerade dabei, sich für ein Paintball-Spiel vorzubereiten. Na, wenn man keinen Wald hat, muss man sich eben anders behelfen.
7. Tag, Montag
Richtig viel hatten wir heute nicht vor. Wir fuhren nochmal an diverse Stellen der Insel, weil ich noch ein paar Fotos machen wollte und gingen noch einmal an der Grünen Lagune Olivin-Steinchen sammeln. Dabei unterschätzte ich das Meer und die Welle kam dann doch sehr plötzlich.
In El Golfo aßen wir im Costa Azul zu Mittag. Dort kann man direkt am Meer sitzen, seine Schuhe auf der Steinmauer trocknen und dabei Wellen und Möwen beobachten. Eine Speisekarte gibt es nicht. Wir bestellten einen Fischteller und Salat, das reicht locker für zwei. Auf dem Fischteller waren drei verschiedene gegrillte Fische, die Auswahl variiert je nach dem, was an dem Morgen gefangen wurde. Obwohl der eine recht böse geguckt hat (würde ich wahrscheinlich auch, wenn man mich grillen würde), hat es doch sehr lecker geschmeckt. Den Nachmittag verbrachten wir am Stand.
8. Tag, Dienstag
Heute hieß es Abschied nehmen von der Insel. Am Morgen machte ich ein paar Aufnahmen vom Hotel, dann fuhren wir los Richtung Arrecife. Dort besuchten wir das Museum „Casa Museo del Campesino“, eine kleine alte Festung, in der heute Kunstwerke von Marique und anderen Künstlern ausgestellt sind. Unseren Geschmack trafen die meisten Bilder und Skulpturen nicht, aber das muss ja nichts heißen. Im unteren Teil befindet sich ein Cafè, natürlich wieder mit einer großen Panoramaglasfront, damit man bei einer Tasse Kaffee den Ausblick aufs Meer genießen kann.
Genug Kultur, auf zum Flughafen. Klappte wieder alles reibungslos und ein paar Stunden später waren wir zurück in der Heimat. Und ja, es war eine sehr schöne Woche, man hätte auch durchaus zehn Tage hier verbringen können, viel mehr aber nicht, es sei denn, man gehört zu den Menschen, die den ganzen Tag am Strand liegen können ohne sich zu langweilen :-)
Bearbeitet Fri, 03 Jul 2009 09:46:26 GMT

