Den Haag - Welthauptstadt des Rechts
Den Haag, Niederlande, 7/2008
Bei eBay finde ich zufällig ein schönes Angebot: es werden einige Gutscheine für das "Mövenpick Hotel Voorburg" in Den Haag angeboten. Wir ersteigern einen Hotel-Gutschein zum Preis von 149 Euro. Der Gutschein umfasst zwei Übernachtungen in einem Deluxe-Zimmer, Frühstück an beiden Tagen, ein Willkommensgetränk an der Bar sowie zwei Eintrittskarten in das Wellness-Center "Vitalizee" direkt am Strand von Scheveningen.
Da auch die Bahn ein passendes Angebot hat, lassen wir bei den momentanen Spritpreisen das Auto stehen, schonen die Umwelt und fahren für 19 Euro mit dem IC nach Den Haag. Diesen Preis bietet die Bahn im Rahmen ihres Angebots "Europa Spezial Niederlande" an, bei dem man für 19 Euro von grenznahen Bahnhöfen sowie für 39 Euro von ganz Deutschland aus in die Niederlande reisen kann.
Damit wir in Den Haag auch noch etwas vom Tag haben, fahren wir bereits um 7 Uhr mit dem Zug los. Leider verläuft die Hinreise nicht ganz problemlos, denn unser Zug wird nach dem letzten Umsteigen in Amersfoort in zwei Teile aufgeteilt. Einer davon fährt nach Den Haag, der andere nach Rotterdam. Irgendwie haben wir es hinbekommen im falschen Teil zu sitzen. Bis wir das merken, sind wir allerdings bereits in Rotterdam. Gut dass die Fahrt von Rotterdam nach Den Haag nicht allzu lange dauert.
Am Hauptbahnhof von Den Haag angekommen essen wir etwas und kaufen uns eine "Strippenkaart". Die Strippenkaart ist eine Fahrkarte, die man für mehrere Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen kann. Die 15er-Strippenkaart kostet 6,90 Euro. Man stempelt eine Fahrt ab, indem man die gewünschte Anzahl von Abschnitten umknickt und die Karte dann in einen der Stempel-Automaten steckt. Für eine Fahrt müssen pro Person zwei Abschnitte entwertet werden. Überquert man die Grenze zwischen zwei Tarifbereichen, so kommt ein weiterer Abschnitt hinzu. Für die Fahrt von Den Haag in den Strand-Vorort Scheveningen benötigt man somit z.B. drei Abschnitte.
Unser Hotel liegt in einem Vorort von Den Haag namens Voorburg. Für die Fahrt nach Voorburg wählen wir den Zug. Eine Fahrt kostet drei Abschnitte der Strippenkaart, 2,20 Euro als Einzelfahrt oder 3,30 Euro als Hin- und Rückfahrtticket innerhalb eines Tages (Dagretour). Das Mövenpick Hotel liegt direkt gegenüber dem Bahnhof Voorburg. Wie angepriesen bekommen wir ein Deluxe-Zimmer. Es ist sehr sauber, gemütlich eingerichtet und umfangreich ausgestattet. Neben dem üblichen Inventar wie einer Minibar und einem Schreibtisch finden wir einige Besonderheiten im Zimmer: einen Wasserkocher mit Instant Tee- und Kaffeevariationen, Magazine, im Bad eine Infrarot-Wärmelampe an der Decke und eine Quietsche-Ente für die Badewanne. Weiteres kann man auf Wunsch dazu bestellen, die Liste ist lang: Nackenrolle, Nackenstützkissen, Hirsespreukissen, Wolldecke, Allergikerbettdecke, Wärmeflasche, Fuß-Massageroller oder ein Teddy-Bären zum Kuscheln. Das nenne ich wirklich ein Deluxe-Zimmer! Wir ruhen uns etwas aus und fahren anschließend in die Innenstadt von Den Haag. Vorher bedienen wir uns aber noch an den neben der Rezeption ausgehängten Rabatt-Karten für Restaurants und Sehenswürdigkeiten in Den Haag.
Für einen Tag am Strand ist es leider zu bewölkt. Doch wie wir sehen werden, ist die Innenstadt von Den Haag eine wunderschöne Alternative. Vom Hauptbahnhof aus laufen wir zum Stadthaus. Auch wenn sich auf dem Weg dorthin noch einiges im Bau befindet, sind wir jetzt schon von den architektonischen Highlights fasziniert.
Die Hochhäuser, die sich hier befinden, wurden in den unterschiedlichsten Farben und Materialien erbaut und fügen sich doch in ein Gesamtbild ein. Sie prägen die Skyline von Den Haag, welche inzwischen ein Wahrzeichen der Stadt ist. Das Stadthaus ist vom Architekten Richard Meier komplett in Weiß gebaut worden. Ihm gegenüber steht der schwarze "Dr. Anton Philipszaal", ein Musiktheater. Kurz schauen wir uns die hier gelegene Nieuwe Kerk an und laufen dann weiter zum Binnenhof. Er ist die ehemaligen Stammburg der Oranier und Sitz des Parlaments der Niederlande. Morgen möchten wir uns den Binnenhof noch etwas näher anschauen und laufen deshalb erstmal weiter in Richtung des Paleis Noordeinde. Er ist der offizielle Amtssitz der niederländischen Monarchie, in dem die Königin auch ihre Staatsbesuche empfängt.
Wir laufen die recht schöne Straße weiter herunter bis zum "Panorama Mesdag". Der Eintritt kostet 6 Euro, was ich als stark überteuert empfinde. Geboten wird dafür neben einigen weniger interessanten Gemälden der Besuch des runden Raumes, in dem der Maler H. W. Mesdag im Jahre 1881 eine 360° Ansicht des damals gerade entstehenden Badeortes Scheveningen an die Wand malte. Das Gemälde ist ganze 120 Meter lang und 14 Meter hoch. Ein Besuch ist ein besonderes Erlebnis, denn man fühlt sich, als würde man ins Jahr 1881 versetzt und mitten in dieser Landschaft stehen.
Vom Panorama Mesdag ist es nicht weit bis zum Friedenspalast. Er ist der Sitz des Internationalen Gerichtshofs, dem Hauptrechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen. Darüber hinaus ist der Friedenspalast der Sitz des Ständigen Schiedshofes, der Haager Akademie für Völkerrecht und einer bedeutenden Völkerrechtsbibliothek.
Wir laufen noch etwas durch den nahe gelegenen Park und fahren dann mit der S-Bahn nach Scheveningen. Scheveningen ist einer der beliebtesten Strände der Niederlande. An der langen Strandpromenade finden wir Geschäfte, Restaurants und zahlreiche hippe Cocktailbars. Davon befinden sich sogar so viele zwischen Strand und Promenade, dass man aus den Strand kaum noch vernünftig sehen kann. Wir kaufen etwas ein, essen und machen uns einen gemütlichen Abend am Strand. Natürlich besuchen wir auch die 381 m lange Seebrücke, die ein Wahrzeichen Scheveningens ist.
Gegen 20 Uhr fahren wir dann mit der Tram zurück nach Den Haag. Dort gelangen wir auf die Waagenstraat, die sich in der Nähe des Hauptbahnhofs befindet. Schnell bemerken wir, dass wir im "China-Town" von Den Haag gelandet sind. Wir finden zahlreiche asiatische Restaurants und entscheiden uns schließlich für das thailändische Restaurant "Songkhla". Hier essen wir in einem sehr schönen Ambiente hervorragend zu Abend. Ein empfehlenswertes Restaurant, das übrigens auch einige Preise gewonnen hat. Für ein Abendessen mit Getränken zahlen wir für zwei Personen 45 Euro.
Bearbeitet Fri, 05 Sep 2008 11:02:14 GMT




