Reiseeindrücke - KINDER DIESER WELT -
Wenn man ein Land bereist, sollte man auch wissen, wie es den Menschen dort geht , wie sie leben, wie ist die politische Lage und vorallem wie geht es den Kindern. Es ist ja keine Neuigkeit mehr – aber dafür eine Schande – das eine halbe Milliarde von Kindern, überall auf der Welt, leben, leiden und sterben in größter Armut und Not.
Albert Einstein sagte mal: ES GIBT KEINE GROSSEN ENTDECKUNGEN UND FORTSCHRITTE, SOLANGE ES NOCH EIN UNGLÜCKLICHES KIND AUF ERDEN GIBT.
Aber Gott sei dank erheben sich immer wieder Stimmen, welche diese kollektive Schande anprangern. Und so möchte ich dazu beitragen, egal in welchem Land ich unterwegs bin – ich werde von den Kindern dieser Länder berichten –
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Fotos zum Bericht
Kinder in Indonesien
Indonesien
Die Kinder in Indonesien - sind die Kinder der Krise. Jahre sind vergangen, seit in Indonesien die Wirtschaftskrise begann und so wie es aussieht, wird sie noch lange dauern (1997/98). Schon damals auf meiner Reise dorthin bemerkte ich, das für viele Indonesier das Leben nie einfach gewesen ist, aber seit der Wirtschaftskrise wird es noch härter. Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren und viele Indonesier müssen jetzt um das Überleben kämpfen. Und wie überall ist es in den Städten noch schlimmer als in den ländlichen Gegenden. Denn in den ländlichen Gegenden herrscht immer noch das Gotong-Royong (gegenseitige Hilfe). Und ganz besonders trifft es wiedermal die Kinder dieser Welt. Besonders die Kinder aus armen oder Unterklasse-Familien. Die Kinder beginnen an Unterernährung zu leiden, besonders in Java, mit seiner hohen Bevölkerungsdichte und in den Großstädten wie Jakarta. Nahrungsmittel kosten doppelt soviel oder besser noch dreifach.
Viele Kinder werden aus den Schulen herausgenommen, weil die Eltern das Geld zum Überleben brauchen.

Und so bleibt kein Geld mehr übrig für die Ausbildung der Kinder. Ganz besonders nimmt man lieber die Mädchen aus den Schulen. Das ist typisch für so ein patriarchalisches System. Die Ausbildung der Töchter wird gerne aufgegeben, um finanziell Probleme der Familie zu kompensieren. Aber letztendlich erreicht die Armut so ein Ausmaß, dass die armen Familien gezwungen sind alle Kinder aus der Schule zu nehmen egal welchem Geschlechts sie sind. Damit beginnt für viele Kinder das Leben auf der Straße.

Da die wirtschaftlichen Probleme in Asien weitergehen, verzweifeln die Menschen und sind bereit Dinge zu tun, die sie unter anderen Umständen nie getan hätten. Z. B. Eine Mutter verkauft die Jungfräulichkeit ihrer 13-jährigen Tochter für einen geringen Preis. Manche verkaufen auch ihre Kinder, besonders jungfräuliche Töchter. Eltern die ihre Kinder verkaufen - unvorstellbar - das muss ein Trauma für diese Kinder sein. Es zerstört ihr Leben und ihre Zukunft. Aber es heisst doch *Kinder sind die Zukunft*. Was für eine Zukunft hat diese Generation der indonesischen Kinder? Man beraubt sie ihrer Rechte als Kinder!!! Diese Kinder leiden an Unterernährung und haben keinen Zugang zu Ausbildung und werden gezwungen zu arbeiten, und werden ausgebeutet und missbraucht. Die Institution der *Familie* wird untergraben, wenn Eltern ihre Kinder verkaufen, um Schulden zu bezahlen oder zu überleben. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Indonesien nehmen ihren zerstörerischen Lauf und es gibt noch kein Zeichen der Verbesserung. Die Menschen versuchen zu überleben - und mit dem Versuch zu Überleben geht auch der soziale Sinnes für Moral dahin....

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Bearbeitet Sun, 13 Jul 2008 07:16:41 GMT
Kinder in Kenia
Kenia
Am Äquator gibt es jede Menge Kinder, Kinder - Kinder. Kenia ist ein junges Land und die Hälfte der Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt. Die meisten der kenianischen Kinder leben auf dem Lande. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leben in Dörfern, obwohl die Verstädterung schnell fortschreitet. Und in den riesigen, dünn besiedelten Trockengebieten ziehen Nomaden mit Rindern, Kamelen und Ziegenherden umher. In den vergangenen Jahren gab es eine große Veränderung - nämlich die Wiedereinführung der Schulgeldfreiheit für die Grundschüler bis Klasse 8. Denn bisher war es so, dass die Familien Kosten von 20 - 30 Euro im Jahr aufbringen mussten für den Schulbesuch und das konnten sie nicht und liessen ihre Kinder zu Hause. Aber jetzt sind die Klassen überfüllt, 80 - 100 Kinder pro Klasse ...Wahnsinn!!!
Aber im Moment ist die kenianische Politik stark mit der Korruption in ihrem Land beschäftigt. Korruption die man bisher in allen Regierungsperioden beobachten konnte. Auch jetzt nach dem Präsident Kibaki das Land regiert.
Für die Kinder in Kenia gab es außerdem noch Veränderungen. So wurde z. B. im Jahre 2002 mit dem *Childrens Act* eine moderne Kinderschutzgesetzgebung verankert. Die besagt, dass die Genitalbeschneidung an unter 16-jährigen gesetzlich verboten ist und bestraft wird. Außerdem gibt es hierzu ein Programm (Plan) von der kenianische Regierung der bis 2019 durchgesetzt werden soll. Er ist noch nicht überall erfolgreich.
Der Lehrplan an Kenianischen Schulen orientiert sich am 8-4-4-System. Acht Jahre Grundschule, vier Jahre Gymnasium und vier Jahre Hochschule. Besonders auf dem Land wurden viele Grundschulen nach dem *Harambee-Prinzip* unterhalten. Die Eltern finanzierten die Schule selbst durch Spenden. Es waren natürlich arme Schulen. Aber seit die Regierung Kibakis das Schulgeld abschaffte wurde die Situation an den *Primary Schools* besser und zum ersten Mal haben auch Kinder aus ärmeren Familien Zugang zur Bildung. Momentan gehen immer mehr Kinder zur Schule (1,7 Millionen mehr) aber die Investitionen im Bildungssektor blieben aus, und das Schulsystem ist kaum im Stande, der steigenden Anzahl von Schülern gerecht zu werden.

Die weiterführenden Schulen sind kostenpflichtige Gesamtschulen. Aufgrund der Kosten sind diese Schulen für große Teile der Bevölkerung unzugänglich. Einige Schulen nehmen kostenlos nur begabte Kinder aus den Slums auf. Nur die besten Schüler erhalten an den fünf staatlichen Universitäten kostenlose Studienplätze. An den Unis fehlt es öfter an nötigen Geldern, daher sind Streiks der Dozenten oder Studenten häufig.
Die Elite des Landes zieht es noch heute vor, ihre Kinder in Großbritannien oder den USA studieren zu lassen. Auch nach Deutschland kommen einige zum Studium. Wer im Ausland studiert hat eine bessere Chance bei der Berufssuche.
Wenn man Kenia mit anderen afrikanischen Staaten vergleicht, ist in den letzten Jahrzehnten Kenias Bruttosozialprodukt überdurchschnittlich gewachsen aber das Bevölkerungswachstum auch und somit hat sich dies nicht in einer wesentlichen Verbesserung der Lebensverhältnisse niedergeschlagen.

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Bearbeitet Sun, 13 Jul 2008 07:17:02 GMT
Kinder in Marokko
Marokko
Über Marokko zu erzählen ist nicht einfach. Denn dieses Land ist ein Land der Gegensätze, landschaftlich sowie kulturell. Dort leben zwei Volksgruppen die *Berber* und die *Araber*. Beide Kulturen sind sehr unterschiedlich. Und dann gibt es noch deutliche Unterschiede zwischen Berbern in der Stadt und auf dem Land. Aber trotzdem herrscht in ganz Marokko eine gemütliche Atmosphäre mit einer grundsätzlichen Lebenseinstellung.
Die Berber bezeichnen sich als IMAZIGHREN (die Freien) u. behaupten sie sind eine der ältesten ethnischen Bevölkerungsgruppen. Jahreszeitlich bedingt leben sie nur zum Teil als Nomaden. Sie überwintern in einfachen Steinhäusern mit ihren Schafen u. Ziegen und im Sommer zieht die gesamte Familie mit den traditionellen Berberzelten u. ihren Herden auf der Suche nach Weideplätzen umher. Andere Gruppen leben ganzjährig in den Dorfgemeinschaften des Atlas-Gebirges u. bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft. Bei einem Berber steht nicht das Streben nach Geld im Vordergrund seines Lebens. Wenn er genug hat, genießt er sein Leben. Anders ist es bei den Arabern. Sie wollen Geld verdienen, machen Geschäfte, um noch mehr Geld zu verdienen u. haben dadurch auch eine andere Arbeitsauffassung. Übrigens haben Marokkaner eine andere Auffassung vom Lebensrhytmus, bei ihnen gibt es kein hetzen, eher ruhig abwarten, sie sagen: WER IN EILE IST, DER IST TOT!
Das marokkanische Bild wird sehr stark von Kindern geprägt.
Man sieht sie überall, auf den Dörfern, auf den Straßen mit Neugier allem Neuen u. Fremden gegenüber. Am Umgang mit den Kindern sieht aber sehr deutlich die kulturellen Unterschiede der Bevölkerungsgruppen. Marokkanische Familien gehen sehr liebevoll mit ihren Kindern um. Ihre Kinder werden sehr früh zur Selbständigkeit erzogen. Man bindet sie ein in die täglichen Familienarbeiten und Gebräuche.

In Marokko gibt es keine allgemeine Schulpflicht. Bei den Berbern werden Kinder nur dann in die Schule geschickt, wenn die Eltern auch eine Schule besucht hatten. Oder man schickt sie nur für 3 Jahre in die Schule. Es gibt Bergdörfer, wo die dort aufgebauten Schulen von den Alten zerstört werden. Bei dieser Einstellung ist es auch kein Wunder, das Marokko mit 43 % einer der höchsten Anteil an Analphabeten hat. Aber dahinter steckt Traditionsbewusstsein u. Weitergabe der fest verwurzelten Kultur. Kinder dürfen nicht mehr lernen als der Vater, um den Respekt vor ihm nicht zu verlieren. Damit versucht man, ein sehr altes Kulturgut gepflegt u. unverfälscht weiterzugeben. Sie sehen die Schulbildung als Beginn des Unterganges einer Kultur. Wenn die Kinder lernen und studieren wollen, werden sie aus ihren Familien herausgerissen und kommen dadurch mit einer anderen Lebensweise in Berührung. Kommen dann diese Jugendliche zurück in den Familienverband, wollen sie meistens dann nicht mehr das einfache Leben und verlassen ihre Familie und ziehen weg. Und so sterben ganze *tribes* aus. Die ursprüngliche Kultur geht verloren.
Durch diese unterschiedlichen Ansichten über die Ausbildung der Kinder und die Weitergabe der Kultur sind mit ein Grund für die wachsenden Konflikte zwischen Arabern und Berbern.
Die Berber sagen, die Araber sind die kulturlosen, das Volk ohne Wurzeln. Sie haben den Koran als Gesetz über ihre Lebensweise erhoben. Sie passen sich an das Land an, in dem sie leben. Die Berber wollen nach ihrer alten Tradition leben, nach den Gesetzen die ihnen die Natur vorgibt.
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Bearbeitet Sun, 13 Jul 2008 14:51:27 GMT